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Montag, 10. Februar 2014

Finn


short English version below

Ein unglaublich gefühlvoller Kinderfilm, der das Publikum begeisterte. Einschließlich meiner selbst.

Der kleine Finn beschließt, Geige spielen zu lernen, gegen die Argumente aller. Unterstützt wird er von niemandem außer von einem alten Mann, der es ihm schließlich beibringt. Doch Finns Vater hegt eine besonders große Abneigung gegen die Violine und verbietet es ihm aufs Strengste. Trotz des Verbots beschließt Finn zu spielen und sein Vater und er driften immer weiter auseinander. Schaffen sie es noch, wieder zueinander zu finden?

Es gab die unterschiedlichsten Momente in diesem Film. Ob spannend, lustig, traurig oder aber auch furchtbar rührend alles war dabei. Der Film hat einen gepackt, die Geschichte ließ einen nicht mehr los.
Auch die Schauspielleistung von Mels ist echt beeindruckend. Gepaart mit der Schauspielleistung von Jan Declair, der den Großvater spielte, war das ganze noch viel besser. Generell muss ich sagen, dass mir der Cast sehr gut gefallen hat.

Am beeindruckendsten fand ich allerdings die Musik. Sie war zu jeder Zeit passend, nie zu aufdringlich oder zu unscheinbar, einfach perfekt. Sie hat mir ein wohliges Kribbeln über die Haut laufen lassen. Es ist ein richtig schönes Gefühl, diesen Film zu gucken.

Manche könnten nun sagen, dass der Film zu kitschig sei, doch ich sehe das nicht so. Es hat, meiner Meinung nach, alles gepasst. Der Film war bis ins kleinste Detail geplant.

Dieser Film ist bisher definitiv der beste Film, den ich auf der diesjährigen Berlinale bei KPlus gesehen habe und ich bin sicher, dass er ein klarer Favorit für den Gläsernen Bären ist.

Finn is one of the best movies I’ve seen at this Berlinale so far. Its music is wonderful, the actors are great and the story is fantastic. It’s exciting, sad, funny but also really touching.

If you have time I surely would recommend you to watch this movie. This is not just a film for kids but also for grown-ups.


10.02.14, Sarah Gosten

Publikumsbefragung zu Finn


Donnernder Applaus im HKW. Das Publikum ist begeistert. „Finn“ war ein voller Erfolg! Hier und da wird noch die eine Träne weg gewischt. Wir entscheiden uns spontan zu einer Publikumsbefragung.

Und ja der „Finn“ hat alle begeistert. Alle 24 befragten Kinder fanden "Finn" super.  

Warum hat dir der Film so gut gefallen?
Emily 13 Jahre: „Der Schauspieler, der Finn gespielt hat, war sehr gut“
Milena 9 Jahre: „Ich fand es lustig, dass er kein Fußball mochte“
Malte, 11 Jahre: „Die ganze Idee einen Film zu machen über einen jungen, der Geige spielen möchte, aber nicht darf.“  

Was war deine Lieblingsstelle?
 Anna 8 Jahre: „Das Ende in der Kirche“
Malte, 11 Jahre: „Immer wenn sich die Fotographie von der Mutter bewegt hat“
Juri, 8 Jahre: „Als der Vater die Geige gegen die Wand geschlagen hat“

Viele von den befragten Kindern spielen ein Instrument: Klavier, Gitarre, Cello, Querflöte, Saxophon, Akkordeon...  
Spielst du denn selbst ein Instrument? Fragen wir die 6 jährige Laura
„Ne, aber ich will jetzt gerne eins lernen. Das war so schön im Film.“
Andere haben eigentlich aufgehört ihr Instrument zu spielen, wollen nun aber wieder anfangen.

Wie es scheint war "Finn" ein voller Erfolg, nicht nur bei uns sondern auch beim jungen Publikum.
10.2.2014, Liv Thastum

Finn

„Finn“ ist ein mitreißender, bewegender Kinderfilm. Obwohl er im K+ Programm steht finde ich ihn sehr sehenswert für Kinder und Erwachsene. Mit sehr viel Gefühlt erzählt der Film die Geschichte des kleinen Finn, der Geige spielen lernen möchte. Mich hat die Geschichte sehr angesprochen, weil ich selbst Geige spiele. Ich wurde an viele Qualvolle Stunden erinnert, aber auch an das fantastische Gefühl ein Stück zu spielen, dass man kann, dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn man sich vollkommen in der Musik verliert und Traum zu Wirklichkeit wird. „Finn“ ist ein fantastischer Kinderfilm und ganz klar ein Favorit im K+ Programm!
10.02.2014, Liv Thastum

Sonntag, 9. Februar 2014

Das umfangreiche Publikumsgespräch zu FINN


Nachdem sich das Team von Finn auf der Bühne versammelt hat, wird noch eine Weile eifrig applaudiert. Das Publikum ist begeistert von diesem Film.

Maryanne wendet sich sofort an Frans Weisz, den Regisseur und fragt ihn, ob er selbst erstmal etwas sagen möchte. Danach herrscht ein kurzes Durcheinander, als Frans überlegt, in welcher Sprache er antworten soll. Zunächst auf Englisch. Als er es dann auf Deutsch versucht, wird ihm gesagt, er möge doch evtl. auf Holländisch reden. Doch nachdem er ins Holländische gewechselt ist, springt er dann doch lieber schnell wieder zurück zum Deutschen mit den Worten:

„Nein, lieber Deutsch. Ich habe schon während des Films zu meinem Produzenten gesagt, dass der Film auf Deutsch besser wäre. An dieser Stelle ein riesen Lob an die Übersetzerin. Ist sie auch hier? Dann sollte sie jetzt auf jeden Fall auf die Bühne kommen!“

Allgemeine Heiterkeit verbreitet sich. Der Regisseur ist ein sehr humorvoller Mann, der dazu tendiert, sehr viel zu reden. Doch das macht das ganze Gespräch noch um einiges interessanter. Er fährt fort: „Ich hatte bereits schon einmal Kontakt mit Generation. Damals habe ich hier meinen zehnminütigen Kurzfilm vorgestellt, der auch prompt den Bären gewann. Ich habe also nur positive Erinnerungen, wenn ich an die Berlinale denke und bin daher sehr froh, wieder hier sein zu dürfen. Und auch sonst bin ich richtig gerührt, euch alle hier zu sehen. Außerdem kam mein Vater aus Berlin und sein Geburtstag ist an dem Tag, an dem „Finn“ zum letzten Mal hier auf der Berlinale gezeigt wird. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, wie ich mich fühle. Einfach danke. Danke an euch alle!“

Danach geht es über zum richtigen Publikumsgespräch.

Wie viele Menschen waren an dem Dreh beteiligt?
An diesem Film waren sehr, sehr viele Menschen beteiligt. Zuerst kamen natürlich die Personen mit der Geschichte zu uns, dann ist diejenige dazu gekommen, die das Drehbuch geschrieben hat und so weiter… Und alle zusammen sind wir bestimmt mindestens 200 Menschen, die daran beteiligt waren.

Wie lange hat es gedauert den Film zu drehen?
Zu kurz! Ich glaube 28 Tage. Mels (der Darsteller von Finn) war damals 8 Jahre alt und mir wurde gesagt, dass man mit solch jungen Kindern effektiv nur von morgens bis 11 Uhr arbeiten kann, weil er danach zu müde ist, um zu irgendetwas fähig zu sein. Aber er hat das sehr gut gemacht und auch immer sehr lange durchgehalten.

Hat Finn Luuk wirklich nur erträumt?
Halb. Man weiß es nicht. Aber es ist eine gute Frage. Wir haben hier zwei „Religionen“. Das eine ist die Magie und das andere das Verlangen. Und das ist der Traum. Aber das Verlangen ist wichtiger als der Traum, glaube ich.

Wie seid ihr auf die Idee zu diesem Film gekommen?
Vor Jahren bin ich auf die Idee zu diesem Film gekommen. Aber damals ging es noch um einen Jungen, der unbedingt berühmter Geiger werden wollte. Und dass das wichtiger war als die Mutter. Das hat sich dann aber langsam geändert. Und das Vorbild zu Finn war ein wenig Billy Elliot. Es sollte um ein Kind gehen, das einmal jemanden Geige spielen hört und seine Mutter sieht und dann als Folge versucht Geigenspielen zu lernen.

Wie habt ihr das mit der Geige gemacht, dass es aussieht, als würdet ihr sie zerbrechen?
Das ist eine gute Frage. Als wir gedreht haben, wollte ich auf keinen Fall ein Instrument zerstören. Das ist, als würde man Blumen auf den Boden werfen und das macht man nicht. Das geht gegen mein Gefühl. Aber dann dachte ich, dass wir auch ein wenig Gewalt in diesem Film benötigen und dass wir das brauchen, um die Magie in diesem Film aufrecht zu erhalten.

Ganz toll finde ich übrigens auch Jan Decleir, der den Großvater spielt. Er hat bereits, glaube ich, 3 Oskars gewonnen. Ein ganz wunderbarer Schauspieler.


Für Verwirrung sorgte die Frage eines kleinen Mädchens: „Wurde der Film in Aachen gedreht?“ „Äh, nein. Wieso?“. Es stellte sich schließlich heraus, dass sie bereits einmal dort gewesen war und eine gewisse Ähnlichkeit erkannt hatte.

Wann wurde der Film gedreht?
Wir haben gedreht von Mitte April bis Anfang Juni letzten Jahres. Und ich nenne diesen Film einen „Eastern Film“, weil er ganz in der Nähe der deutschen Grenze gedreht wurde. (Auf diese Antwort hin, warf ihm sein Kollege einen Blick zu, der ihm bedeuten sollte, kurze Antworten zu geben. Er verstand diesen Wink mit dem Zaunpfahl und sagte bedächtig: )Aber ich weiß, ich soll kurze Antworten geben.

Finn, spielst du in Wirklichkeit Geige?
Ein bisschen. Also ich hatte 3 Geigenunterrichtsstunden und das, was ich gelernt habe, lernt man normalerweise in 20 Unterrichtsstunden.

Übst du immer noch?
Ne.

Fußballspielen?
Gar nicht.

Wie habt ihr Mels gefunden?
Wir haben über eineinhalb Jahre lang nach der perfekten Person gesucht und haben uns so um die 300 Kinder angeguckt. Und irgendwann, so drei Wochen vor Drehbeginn, habe ich Mels gesehen. Und, wie Sie bemerkt haben, mag ich es sehr zu sprechen, aber als ich Mels gesehen habe war ich sprachlos. Da wusste ich nur: Das ist unser Finn.

Finn, was willst du später werden?
Schauspieler!

Wieso war das Tier, das ihn geleitet hat, ein schwarzer Rabe?
Mir war klar, dass der Film nicht sofort anfangen muss, zum Beispiel mit einem Fußball oder so. Sondern mit etwas, was da hin leitet. Ach, ich weiß nicht, ich will immer anfangen mit einem Raben.

Wie viele Geigen wurden für den Dreh verwendet?
Fünf Geigen wurden verwendet. Auch eine teure.

Es fiel schwer, bei Frans‘ umfangreichen Antworten den Überblick zu behalten und häufig wunderten wir uns, was er uns gerade erzählen wollte, da es nicht im Mindesten beantwortete, was gefragt worden war. Dennoch erfuhren wir sehr interessante Dinge und genossen das Publikumsgespräch, das eine tolle Abwechslung zwischen einfacheren aber auch tiefgründigeren Fragen bot.

09.02.14, Sarah Gosten

Der Neunjährige, der sich das Geigespielen beibrachte

Soll ich ganz ehrlich sein? Für Finn würde ich jederzeit wieder am Sonntag um 10 Uhr im Kino sein.
Der kleine Junge mit der Geige und seinem Wunsch, all seine Zeit dem zu widmen, was er liebt, hat mich so sehr berührt, dass ich am Ende sogar weinen musste.

Aber von vorne. Finn ist ein Neunjähriger, der aus Wunsch seines verwitweten Vaters zum Fußball geht, aber sich selbst nicht wirklich dafür begeistern kann. In der Schule wird er schikaniert und nachmittags muss er zum langweiligen Fußballtraining. Doch dann zieht in ein verfallenes Haus auf seinem Schulweg ein alter Mann ein und spielt so wundervoll auf seiner Geige, dass Finn es unbedingt selbst lernen möchte. Doch aus irgendeinem Grund ist sein Vater komplett dagegen und unternimmt alles, um Finn am Geigespielen zu hindern - was diesen allerdings kalt lässt. Ab sofort besucht er jeden Tag den alten Mann, Luuk, der sich später als Finns Großvater herausstellt, und lässt sich von ihm unterrichten.

Die Geschichte hat von vorne bis hinten gestimmt. Es war so wundervoll, Finn bei dem zu sehen, was ihm so viel Spaß macht, seine Verbissenheit beim Lernen zu beobachten und zu hören, wie er jeden Tag besser wurde. Man ertappte sich selbst dabei, sich zu wünsche, dass am Ende alles gut für ihn wird und sein Vater ihn endlich versteht. Und vor allem war am Ende der halbe Saal zu Tränen gerührt, einschließlich meiner selbst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden im Kino gab, der nicht mit Finn mitgefiebert hat, der keine Angst hatte, dass er es am Ende doch nicht schafft, der nicht vollkommen erleichtert war, dass es ein so schönes Happy End gab.

Mels van der Hoeven, der Darsteller von Finn, war einfach selbst ein so süßer Kerl, dass man ihn von Anfang an mochte. An dieser Stelle würde ich außerdem gerne Mels' Schauspieltalent loben, denn es gab kaum Szenen, in denen man den Kleinen nicht auf der Leinwand sehen konnte, und in jeder dieser Szenen steckte Finn vollkommen in seiner Rolle, es war beeindruckend, denn beim Dreh selbst war Mels noch 8 gewesen.

Auch die Musik war unglaublich schön. Wer vor dem Film bereits einen Eindruck von der wundervollen Musik bekommen möchte, kann auch hier vorbeischauen und sich verzaubern lassen. Passend zum Instrument, wurde auch für die Filmmusik hauptsächlich die Geige benutzt, aber auch das Klavier und ausgewählte andere Instrumente aus der Orchesterbesetzung. Jedenfalls untermalt die Musik wunderschön die Geschichte - in allen Emotionslagen. Ob nun dramatisch, traurig, fröhlich, es war für jede Szene etwas dabei.

Ich denke, ich muss nicht viel weiteres sagen, es würde sowieso immer nur wieder "wundervoll! schön! umwerfend! grandios! zum Heulen!" erscheinen, und ich denke, dass ihr mich auch so schon verstanden habt - all diese Wörter treffen einfach auf diesen Film zu, und für mich ist Finn definitiv ein Favorit für den Gläsernen Bären.
09.02.14, Johanna Gosten